Kontext
Im Semesterprojekt «Become a Living Being» geht es darum sich eine Welt nach dem Anthropozän vorzustellen, also eine mögliche Zukunft, in der nicht mehr der Mensch die vorherrschende Art ist und am meisten Einfluss auf die Umwelt ausübt. Das Endziel ist ein Zukunftswesen zu erfinden und zu gestalten in Form einer bespielbaren Figur und eine dazu passende Umwelt zu inszenieren. Die erste Phase der Auseinandersetzung mit dem Living Being ist die Recherche. Ziel dabei war es innerhalb von 6 Tagen über 3 Wochen verteilt, herauszufinden was einem interessiert und damit eine erste Kursrichtung zu erhalten, die bestimmt wo die Reise hinführen soll. Die Recherchephase beinhaltete feste vorgegebene Bestandteile und freies Arbeiten. Das Kick-Off bestand daraus sich mindestens einen Tag mit dem Erschaffen von Tonfossilien auseinanderzusetzen. Die Wochen darauf besuchten wir am einen Morgen die Sammlung des Naturhistorischen Museums und am anderen das dazugehörige Präparatorium. Zur eigenständigen Recherche stand zudem eine Sammlung von Texten, Dokumenten und Zeitschriften im Projektordner auf Teams bereit.
Einsichten
- Es ist eine Herausforderung am Anfang eines so frei formulierten Projektes einen Fokus zu finden und sich vorerst für eine Richtung zu entscheiden ohne dabei zu konkret zu werden.
- In der Recherchephase kein Thema vertieft, sondern verstreut einige Themen angeschnitten. (Artikel, Webseiten, Dokus, Bücher)
- Mein Hirn findet sehr viel spannend und für eine kurze Zeit ist es angetan von einem Thema, kurz darauf ist es jedoch nicht mehr davon überzeugt
- Ich möchte von Anfang an das passendste Thema finden, damit ich keine Zeit „verliere“
- Das Prozessbuch fühlt sich nicht wie ein Hilfsmittel an, sondern wie eine zusätzliche Aufgabe
- Mit einer praktischen Aktivität (Ton kneten) zu starten war sehr hilfreich, rettet mich jedoch nicht von der anschliessenden Verzettelung und Unentschlossenheit wo hin die Reise als nächstes führen soll
- Ich habe Mühe damit „nur“ 2 Tage pro Woche mich dem Projekt widmen zu können und innerhalb dieser Tage auch immer noch ein Prozessgespräch zu haben in dem ich meinen Fortschritt vorstellen soll. Erzeugt viel Zeitdruck und die Freude an der Arbeit sinkt.
- Ich habe hauptsächlich ästhetische Collagen gemacht, die mein Hirn nicht als riesiger Energieaufwand sieht und wo ich nach kurzer Zeit etwas Physisches zu zeigen habe für die Prozessgespräche und Zwischenkritik.
Folgerungen
- Weniger Hirnen, mehr Gedanken aufschreiben, experimentieren, spielerisch angehen
- Zeitlimit beim Recherchieren von Themen setzten, z.b 2 Stunden Zeit nehmen, um in unterschiedliche Texte hineinzulesen, anschliessend auswerten was spannend ist
- Mich auf meine Arbeitsweise und „uninteressanten“ Interessen verlassen
- Gedankenschlaufen abbrechen, in dem ich bewusst meinen Fokus auf etwas anderes richte für 5-15min (z.B doodeln auf Papier, an die frische Luft, Kopf mit Musik volldröhnen)
- Nicht nur das Endresultat zählt als persönlicher Erfolg, bereits die investierte Zeit in ein Projekt ist schätzenswert, auch ohne dass dabei viel Fortschritt entstanden ist
